WetterLetter … oder … Brotschi-Wettert
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Eine äusserst aktive Gewitterlinie zieht sich von Dubrovnik bis südlich von Wien. Das Bemerkenswerte daran ist, dass die Gewitter auf einer Linie nach Norden ziehen. Darunter könnte es – durch immer neu heranziehende Gewitter – zu unglaublichen Verwüstungen kommen. Dies alles geschieht an der Ostflanke eines Kaltlufttropfens, der aktuell über der Adria liegt.

20140730 Gewitter


Meldung von Wetteronline:

In Münster fast 300 Liter gefallen?

Der Gewitterguss in Münster war so kleinräumig, dass er durch das Raster der offiziellen Wetterstationen durchgefallen ist. Die nächste Messtation Münster/Osnabrück Flughafen meldete gerade mal 20 Liter auf den Quadratmeter in 12 Stunden.

Der Regenmesser des Landesumweltamtes in NRW registrierte hingegen rund 290 Liter innerhalb weniger Stunden. Einige Meldungen privater Messstationen bestätigen diesen Wert.

Wenn man bedenkt, dass in Münster im gesamten Juli normalerweise knapp 80 Liter fallen und im gesamten Jahr etwa 800 Liter, kann man sich gut vorstellen, warum es in der Stadt heftige Überflutungen gab.


Das Unwetter an der oberen Emme wird wohl erst morgen in all seine Verwüstungen erfasst sein. Schon heute kann man sagen, dass diese Flut eine Jahrhundertflut war. Einige sprechen gar von einem 300-Jahr Ereignis.

Hier 3 Videos die in Kräiligen an der Emme gemacht wurden. Man halte sich vor Augen: Normalerweise fliessen hier ca. 10m3 pro Sekunde durch den Kanal. Heute waren es 430m3 pro Sekunde!!

 

Die Emme in Kräiligen nach dem verheerenden Regen im Entlebuch.

 

Die Emme ist hoch, aber der Höchststand folgt noch 12:36 Uhr

 

 

Sturzwelle um 12:51 Uhr

 

 

Unglaubliche FLiessgeschwindigkeit und Schwemmholz (falsch: ganze Bäume!)

 

 


Eklatant, was die Modelle heute früh zeigen. Es werden in den nächsten 7 Tagen 101mm Regen berechnet, wobei der grüsste Teil am Sonntag und Montag fallen soll. Wenn das so käme, dann wäre das des Guten zuviel – insbesondere in den Voralpengebieten wird es (wie üblich) noch viel mehr regnen.

Wir werden die nächsten Modelläufe beobachten und euch auf dem Laufenden halten!

20140718 meteogramm


Das ultimativ effekthaschende Geschreibe der Boulevardpresse kann ich schlicht und ergreifend nicht mehr ausstehen. Da las ich doch gestern: „Der Hochsommer kommt wieder“…. oder: „Jetzt folgt die nächste Hitzewelle“.

Gut, man kann seine Leser auch veräppeln.

Anbei eine kleine Grafik der nächsten Tage. Sie zeigt die Modellberechnungen für die Temperatur in 1500m höhe sowie den Niederschlag. Man erkennt gut, dass die Temperatur zwar bis Samstag kontinuierlich ansteigt, doch der Rückfall folgt abrupt und mit Getöse. Im Besten Fall sind es also 4 Tage Sonnenschein und am Freitag/Samstag mögliche Temperaturen über 30°.

Bestenfalls also ein kleines Intermezo des Sommers – niemals eine Hitzeperiode. Und der Sommer kommt schon gar nicht retour, denn er ist schon da 🙂

 

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Seien wir ehrlich: Niemand braucht 35° – denn auch mit 28° ist es wunderbar sommerlich. Das verhält sich genau so auch im Winter: Es ist nicht „mehr“ Winter, je tiefer die Temperatur ist, sondern je winterlicher die Witterung. Und primär ist das halt nun mal der Schnee, der einen Winter ausmacht. Ein saukalter Winter ohne Schnee ist nicht wirklich ein Winter.

Fazit: 23° bis 27°, laue Abende, ab und zu ein Gewitter oder auch ein paar Tage Regen sind wunderbarer Sommer!


An vielen Orten war der Regen der letzten Tage zuviel für den Boden. Und gestern lief dann das Fass im wahrsten Sinne des Wortes über.

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Unwetter-fordert-erstes-Opfer—Frau-ertrunken-22086027

 

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Die Alpennordseite liegt aktuell unter einer ekligen Wolkendecke, aus der Nieselregen fällt. Die Ostschweiz erhält diese Nacht zusätzlich nochmals Regennachschub – es könnte dort brenzlig werden betreffend Hangrutschen usw. (grüne Pfeiule).

Im Norden Deutschlands ist hingegen die Warme Luft langsam am Vorstossen nach Südwesten. Die Luft wird über Polen im Gegenuhrzeigersinn um das Tief herumgeführt. Man erkennt dies auf der Grafik sehr gut:

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Im Vergleich zu gestern:

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Es dreht und dreht und dreht….

Das Tief über Mitteleuropa hat sich festgefressen und rührt munter in der Atmosphäre. Auf der Ostseute wird sehr warme Luft aus dem Süden und Osten angesogen und über die Nordostecke bis nach Hamburg geführt. Der Effekt: Hamburg hat 28° !!

Im Gegenzug wird kalte Luft von Nordwesten nach Mitteleuropa geführt. Bern meldet 12° und Luxemburg 11°. Im Mischbereich des Zentrums gibts Dauerregen – im Nordosten zwei lange Schleppen mit sehr aktiven Gewitterbändern.

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Es regnet.
Morgen wird es regnen.
Übermorgen wird es regnen.
Und über-über…

 
Ach lassen wir es bei diesen paar Worten bleiben. Nachfolgende Grafik sagt mehr als tausend Worte.

 

20140708 meteogramm

 


Der kommende Temperatursturz ist recht spektakulär: Von annähernd 17° auf 1500 m Höhe sinkt die Temperatur am Mittwoch/Donnerstag bis auf 5 Grad ab. Das heisst: Schnee oberhalb 2000müM. Wer also mit dem Auto über die Alpenpässe will: Schneeketten mitnehmen!

Oder noch besser: Zuhause bleiben, denn das Wetter dazu ist alles andere als toll. Nebst dem Temperatureinbruch erwartet uns eine MENGE Regen. Gewisse Modellläufe haben für die Region Mittelland bis zu 80 Liter Regen drin. In den Vogesen/Schwarzwald oder in den Voralpen ist es zum Teil erheblich mehr. Das könnte übel werden ….

Aber erst mal gilt es die Nacht auf Montag zu überstehen. Die Chancen auf Schwer- bis Schwerstgewitter stehen leider erneut hoch.

 

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